Wort zum Monat Dezember
“Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.” (Maleachi 3, 20)
Was kann das heißen, Gottes Namen zu fürchten?
In diesem Monatsvers lesen wir etwas über Menschen, die Gottes Namen fürchten. Ihnen wird sehr gutes verheißen: Ihnen soll die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und sie sollen Heil finden.
Aber was bedeutet es, den Namen Gottes zu fürchten. Lesen wir im neuen Testament nicht ganz andere Aussagen zum Thema Furcht: So z. B. in 1. Johannes 4, 18: “Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.”
Oder in Johannes 16, 33 in der Übersetzung nach Luther: “In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.”
Auch lernen wir von Jesus dass wir den Schöpfergott mit Vater anreden dürfen. Eine familiäre Anrede, die sich so gar nicht mit dem Gedanken an Furcht verträgt. In den Evangelien ist uns das aramäische Wort Abba überliefert, dass je nach Zusammenhang unterschiedlich übersetzt werden kann, aber immer in einer Bedeutungsvariante von Vater.
Wenn das Neue Testament die Grundlage ist, kann es nicht um Furcht vor Bestrafung oder Willkür gehen. Denn dort wird uns der Vater Gott ganz anders vorgestellt. Jesus stellt uns Gott als einen Vater vor, der wohlwollend, gnädig, fürsorglich und liebend ist. Er ist Vater für diejenigen die seinen Sohn annehmen. So lesen wir es in Johannes 1, 12: “All denen jedoch, die ihn (Jesus Christus) aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.”
Die verschiedenen Übersetzungen gehen mit dieser Herausforderung unterschiedlich um. Manche bleiben ganz einfach bei fürchten. Die gute Nachricht Übersetzung jedoch schreibt “Für euch aber, die ihr mir treu gewesen seid...”. Und in der Übersetzung “Neues Leben. Die Bibel” lesen wir “Für euch aber, die ihr meinen Namen achtet, …”.
Von was für einer Furcht ist nun hier die Rede. Nach diesen Übersetzungen beinhaltet sie Treue und Achtung.
Hinter dem Begriff Furcht verbirgt sich nach meiner Überzeugung auch Anerkennung und Ehrung. Er beinhaltet, Gott als den Schöpfer des ganzen Universums und aller Menschen anzuerkennen und zu ehren. Und nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Herrscher des Universums. Das gilt, obwohl sich große Teile des Universums dieser Herrschaft noch versuchen zu entziehen.
Ihn zu fürchten heißt auch, ihm zu danken für das eigene Leben und für alles Gute was wir empfangen.
Und es heißt, ihn und sein Wort ernst zu nehmen. Denn wer sein Wort ernst nimmt, Gottes Sohn aufnimmt und an seinen Namen glaubt, der kann Gott seinen Vater nennen.
Markus v. Linden











