Wort zum Monat Februar

“Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.” (2. Timotheus 3, 16)

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde!

Auch dieser Monatsspruch steht nicht alleine, sondern in einem Zusammenhang. Paulus schreibt an seinen jüngeren Mitarbeiter Timotheus:

"14 Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast 
15 und dass du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.
16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 
17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt."

Paulus sieht in der Endzeit durch böse Menschen schwere Zeiten auf die Christen zukommen und er selbst hat bereits entsprechende Verfolgungen erlebt. Im Gegensatz zu solchen Verführern lobt er Timotheus als einen Jünger Christi, der dem Beispiel des Paulus folgt. Er ermutigt ihn daran festzuhalten und erinnert ihn, wie er von Kind an in den Heiligen Schriften unterwiesen wurde, denn Timotheus hatte eine jüdische Mutter, die zum Glauben an Jesus fand. Mit den Heiligen Schriften sind die Bücher des Alten Testaments gemeint, in denen bereits auf den Messias hingewiesen wird und die deshalb zum Glauben an Jesus einladen. In Bezug auf diese von Gottes Geist eingehauchten (oder inspirierten) Schriften schreibt Paulus, dass sie nützlich sind und ein Ziel haben. Das Ziel ist es ein richtiger (oder rechter, vollständiger, vollkommener) Mensch zu werden, wie ihn Gott sich gedacht hat. Ein solcher Mensch ist für jedes gute Werk vorbereitet (oder ausgerüstet). Der Nutzen der von Gottes Geist inspirierten Schriften zeigt sich darin, dass sie zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit dienen und dadurch auf dem Weg zu einem Menschen nach Gottes Willen hilfreich sind.

Möchtest auch du ein Mensch werden wie ihn sich Gott gedacht hat? Möchtest auch du jemand sein, durch den gute Werke geschehen? Dann zeigt dir der Monatsspruch ein unentbehrliches Hilfsmittel: Die von Gottes Geist inspirierten Bücher der Bibel helfen dir auf diesem Weg. Wenn du die Bibel studierst, findest du darin gute, heilsame Lehre. Du erfährst darin, was auf dem Weg hilfreich ist und was dich im Gegensatz dazu davon abhalten will. Mit dieser Erkenntnis kann es dir immer besser gelingen Gottes Weg zu erkennen und darauf zu bleiben. Es ist eine Erziehung in der Gerechtigkeit, denn im jüdischen bzw. frühchristlichen Denken ist Gerechtigkeit ein Beziehungsbegriff. Gerecht ist der, der in der rechten Beziehung zu Gott lebt.

Und wie kann das Studium der Bibel aussehen? Da gibt es viele Möglichkeiten und ich empfehle dir mehrere davon zu kombinieren, so wie es zu deinem Lerntyp und deiner Lebenssituation am besten passt. Doch eine Möglichkeit sollte dabei nicht fehlen, nämlich dass du dich selber direkt Gottes Wort aussetzt. Das kann beim persönlichen Bibellesen geschehen. Für manche ist das am Morgen geschickter, für andere am Abend. Andere bevorzugen vielleicht das Hören von Bibeltexten beim Autofahren. Manche bevorzugen täglich einen Gedanken aufzunehmen, z. B. aus den Losungen und Lehrtexten der Herrnhuter Brüdergemeine. Andere lieben es längere Abschnitte zusammenhängend zu lesen und streben es an, in einem bestimmten Zeitraum die Bibel komplett gelesen zu haben.

Ergänzt werden kann es durch das angeleitete oder gemeinsame Nachdenken über Gottes Wort. Ich zum Beispiel versäume ungern die Predigt im Gottesdienst. Aber auch das Gespräch im Bibelkreis ist mir wichtig. Es gibt viele gute Andachtsbücher und andere bevorzugen Lehrbücher zur Bibel oder über biblische Themen. Und es gibt auch Verfilmungen von Bibeltexten, die weitere Anregungen geben können. Und noch eine kleine, zusätzliche Möglichkeit gibt es: Einmal im Monat die Andacht zum Monatsspruch im Gemeindebrief lesen und darüber nachdenken, was sie dir persönlich sagen könnte.

Euer Kai Wilhelm