Wort zum Monat Dezember

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. | Sacharja 2,14

Teetasse mit Tannenzweigen

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. Sacharja 2,14

Zurück vom Exil in der Babylonischen Gefangenschaft in die zerstörte Stadt Jerusalem. Wo war da der Neuanfang, den Gott seinem Volk versprochen hatte? Nichts als Trümmer. Schutzlos ausgeliefert. Doch Sacharja hat von Gott verheißungsvolle Visionen empfangen und kann dem Volk Israel damit Mut machen. „Es wird anders kommen, als ihr erwartet. Gott wird einen Neuanfang mit euch machen. Ihr braucht keine durch Mauern gesicherte Stadt, Gott selbst wird euer Schutz sein! Kehrt um zu IHM!“ Und:

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“

Gott hat sein Volk nicht vergessen. Er hat es gnädig zurückgeführt in die Stadt, in der Gott selbst die Schutzmauer für sein Volk ist und mitten unter ihm wohnt, Jerusalem, hier als „Tochter Zion“ bezeichnet. Gott will bei den Menschen seines Volkes wohnen, in den Trümmern, und er will aus dem Zerbrochenen, Neues entstehen lassen.

Ein halbes Jahrhundert später verkünden die Engel den Hirten auf dem Feld eine „große Freude“! Gott selbst kommt auf die Erde und bring Rettung, die „allem Volk“ widerfahren wird. Der Heiland ist geboren. Dieser Heiland, unser Herr Jesus selbst, setzt sich dem Elend und der Verlorenheit dieser Welt aus und geht später für uns den schwersten Weg mitten durch Jerusalem nach Golgatha. Um die Trümmer unseres Lebens zu heilen, fließt sein Blut am Kreuz. In seiner Auferstehung schenkt er uns den Neuanfang. Unser Jerusalem, die Tochter Zion, ist unsere Gemeinde. Hier wohnt Jesus mitten unter uns. Im Heiligen Geist spricht er uns Vergebung und Heil, Trost und Zuversicht, Hoffnung und ewiges Leben zu.

Leider bedrücken uns zurzeit so einige Trümmer um uns herum: Unser Gemeindezentrum ist unbewohnbar, weil es gerade umgebaut wird. Dieser Um-und Neubau dauert länger als erwartet und stellt uns auf eine große Geduldsprobe. Denn wir haben kein eigenes „Dach über dem Kopf“, leben im Gaststatus, der zwar sehr zuvorkommend ist, aber nur stundenweise zur Verfügung steht. Dazu kommt die Pandemie, die uns wenig Spielraum an realem Miteinander einräumt. Wie lange schon vermissen wir aufgrund der auferlegten Kontaktbeschränkungen, die persönlich stärkende Gemeinschaft des Abendmahles?

Alles zusammen birgt die Gefahr, dass wir uns aus den Augen verlieren, unsere Gaben verkümmern, Zweifel auftauchen, Jesus bei dem Einzelnen in den Hintergrund rückt. Denn die Nachfolge ist auf Gemeinschaft angelegt, in der geistliches Wachstum geschieht und Beziehungen entstehen und wachsen. Das erleben wir gerade als großen Mangel. Das sind unsere Trümmer.

In diese Situation hinein passt das Wort des Jesaja wie für uns als Gemeinde in diesem Jahr persönlich geschrieben:

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“

Mitten in unseren Trümmern sollen wir uns freuen und fröhlich sein, weil Jesus bei uns und mit uns ist. Er ist sich nicht zu schade, gerade in diesen unpässlichen Zeiten unter uns zu wohnen. Seine Schutzmauern sind um uns herum und er selbst, Jesus Christus, ist im Heiligen Geist mitten unter uns und baut seine Gemeinde auf, schenkt uns Zukunft und Hoffnung, Vergebung und Heil. Das lässt uns hoffen und fröhlich sein.

Die vor uns liegende Adventszeit will uns an die Wiederkunft Jesu erinnern. Der Seher Johannes beschreibt in Offenbarung 21 seine Vision von dem neuen Jerusalem, einer Stadt, die keine Trümmer mehr kennt, kein Leid und kein Geschrei. Dieses neue Jerusalem wird voller Pracht und Herrlichkeit sein. Hier werden wir Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen. Er wird unser Licht sein. Eine Ahnung davon dürfen wir heute schon bekommen, immer wenn wir unser Herz auf Gott, unseren Vater im Himmel, auf Jesus Christus, unseren Erlöser, und auf den Heiligen Geist, unseren Tröster, ausrichten.

Im nachstehenden Liedtext fasst der Dichter Friedrich Heinrich Ranke die bewegende und auf ewige Zukunft ausgerichtete Geschichte Gottes mit seinem Volk und seiner Gemeinde wunderbar zusammen. Ich freue mich darauf, wenn wir es gemeinsam in den nächsten Wochen (vielleicht sogar öfter mal) singen werden.

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Euch Ingrid Bouecke

1) Tochter Zion, freue dich,                            2) Hosianna, Davids Sohn,
jauchze laut, Jerusalem!                                 sei gesegnet deinem Volk!
Sieh, dein König kommt zu dir,                      Gründe nun dein ewig Reich,
ja er kommt, der Friedefürst.                         Hosianna in der Höh!
Tochter Zion, freue dich,                                Hosianna, Davids Sohn,
jauchze laut, Jerusalem!                                 sei gesegnet deinem Volk!

3) Hosianna, Davids Sohn,                            Text:
sei gegrüßet, König mild!                               Friedrich Heinrich Ranke (um 1820) 1826
Ewig steht dein Friedensthron,                     Melodie:
du, des ewgen Vaters Kind.                           Georg Friedrich Händel und Satz 1747
Hosianna, Davids Sohn,
sei gegrüßet, König mild!

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