Wort zum Monat September 2020

Gedanken zur Bibelstelle

2. Korinther 5, 19

Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.    2. Korinther 5, 19

Von der Zerrreißprobe zur Versöhnung

Es zieht uns wieder zu einander, in den gemeinsamen Gottesdienst, in die Hauskreise, zu gemeinsamen Feiern. Bei diesen Treffen bemerken wir unterschiedlichen Umgang mit den Covid19-Schutzmaßnahmen. Persönliche Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz und Hände-Hygiene werden von den einzelnen sehr unterschiedlich gehandhabt. Die einen nehmen die Regeln sehr ernst und genau. Die anderen erwecken einen eher nachlässigen Umgang in diesen Dingen. Und manch anderer achtet nicht nur auf sein eigenes Verhalten, sondern weist auch andere auch Defizite hin. Das führt zu Kräften die uns auseinander treiben. Und so spüren wir Kräfte der Anziehung und der Abstoßung, die in unserer Gemeinschaft gleichzeitig wirken. Der Gesellschaft, in der wir leben, geht es ähnlich. Über den Richtigen Umgang mit dem Virus wird diskutiert, demonstriert und gestritten. Welche Maßnahmen sind angemessen, welche übertrieben. Und was ist die richtige Test-Strategie.

Die Gespräche werden sehr engagiert geführt. Dem einen geht es um seine eigene Gesundheit und die seiner Mitmenschen. Der andere sieht die Freiheit der Religionsausübung oder seine Bürgerrechte über Gebühr beschnitten. Der nächste hat einsame Bewohner von Altenheimen im Blick. Oder die Schüler, deren Schulbildung gefärhdet scheint.

Neben vielen konstruktiven Dialogen kommt es dabei auch zu gegenseitigen Vorwürfen, Schuldzuweisungen oder gar Diffamierung.

Dabei ist es jetzt entscheidend, einander zuzuhören. Welche Informationen hat mein Gegenüber, was hat es erlebt. Und welche Schlüsse zieht es daraus. Das bietet die beste Voraussetzung, das Denken und Handeln meines Gegenübers zu verstehen.

 

„Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“

2. Korinther 5, 19

 

Jetzt ist es an der Zeit, diese Versöhnung in die Welt zu tragen. In der Gemeinde können wir die Verhandlung über den richtigen Umgang mit dem Virus in einer versöhnten und versöhnenden Haltung einüben. Diese Haltung der Versöhnung können wir in die gesellschaftliche Diskussion um angemessene Schutzmaßnahmen einbringen.

Mit einem Wort: Frieden stiften.

So leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Gesellschaft nicht weiter auseinander driftet, sondern die Menschen sich gemeinsam der vielfältigen Herausforderung stellen und Lösungen finden.

Markus von Linden