Wort zum Monat Februar 2021

Gedanken zur Bibelstelle

Lukas 10, 20 

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

Lukas 10, 20 (Luther)


 

Das muss ein eindrückliches Erleben gewesen sein, mit dem die Jünger zu Jesus zurückkamen. Mit vielen Belehrungen vorab und ausgerüstet mit Vollmacht hatte er sie ausgesandt, die gute Nachricht vom kommenden Reich Gottes zu den Menschen zu bringen. Die Jünger kamen zurück und waren begeistert von all dem, was sie erlebt hatten. Ohne ihren Meister waren sie losgezogen. Völlig auf sich gestellt. Wie würde das werden? Ohne Jesus? Und dann, Erfolg auf der ganzen Linie. Sogar „die bösen Geister waren ihnen untertan im Namen des Herrn“. Da ist es ja nur zu verständlich, dass sie in Jubel ausbrachen. All das, was sie vorher mit ihrem Meister an Wundern schon erlebt hatten, -darunter waren auch Geisteraustreibungen-  war ihnen selbst möglich gewesen. Das machte Freude auf mehr!  

Und Jesus? Freute er sich darüber nicht? Er hatte sie doch persönlich zu diesen Diensten ausgesandt. Sie sollten doch eigene Erfahrungen machen. Warum dämpfte Jesus hier die Freude der Jünger? Dem Textumfeld entnehme ich, dass Jesus sie auf eine Gefahr ihres Erfolges hinweisen möchte. „Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz“, so lesen wir es in den Versen vor unserer Monatslosung. Dahinter sehe ich den ernstgemeinten Hinweis Jesu an seine Jünger, dass sie zwar unter seinem Schutz stehen, der Satan aber bis zur Wiederkunft Jesu nicht aufhören wird zu versuchen, sie mit viel List und Tücke in seinen Bann zu ziehen.

Die Gefahr sehe ich darum darin, die Versuchung des Bösen nicht zu erkennen und damit in die Falle zu tappen, sich auf eigene Erfolge zu verlassen und somit nur eine vordergründige, vergängliche Freude zu erleben. Das kann bei Misserfolgen sogar in Glaubenskrisen führen. Darum wies Jesus seine Jünger auf eine Freude hin, die unvergänglich ist, immer da ist, in Freud und Leid, unabhängig von unseren Erfolgen. Diese Freude hat Ewigkeitswert: Unsere Namen sind im Himmel aufgeschrieben. Sie stehen im Buch des Lebens. Das zu wissen, führt in eine bleibende und das Leben prägende Freude.

Aber mal ganz ehrlich, so unter uns, ist das primär unsere größte Freude, dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind, uns dadurch ein ewiges Leben verheißen ist? Wir leben doch im Hier und Jetzt. Im Moment wäre sicherlich unsere größte Freude erst einmal, dass das Covid-19-Virus besiegt wäre und wir wieder in unserer alten Freiheit leben könnten. Kein Homeoffice oder Homeschooling mehr, Ausgehen, Freunde treffen, Umarmungen, Gottesdienste feiern mit Abendmahl, Singen und Begegnungen, Reisen………….. Eine weitere Freude wäre die problemlose Fertigstellung unseres Gemeindezentrums mit Gottesdiensten im voll besetzten neuen Gottesdienstraum, mal wieder ein Tauffest feiern, sich im neuen Café Lebensraum treffen…..

Im weiteren Nachdenken über all die Wünsche, die mich in die Freude führen würden, komme ich zu dem Schluss, dass die primäre Freude immer im Momentanen steckenbleiben wird. Sollte sich dies alles erfüllen, würden neue Freudenwünsche kommen. Und wenn die Erfüllung dieser Wünsche ausbliebe? Was wäre dann? Wäre mein Leben dann nicht mehr lebenswert?

Keineswegs. Denn der Ewigkeitswert, der durch Jesu Tod und Auferstehung unser Leben ausmacht, ist Grund bleibender Freude. Mein und dein Name sind schon im Buch des Lebens vermerkt. In Römer 8, 15 - 17 gibt Paulus ausführlich Auskunft über den Wert unseres Lebens schon heute: Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden. Jesus selbst ist unser Garant dafür. In Offenbarung 3,5 lesen wir: Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angelegt werden, und ich werde seinen Namen niemals austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. (Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang mal das ganze Schreiben an die Gemeinde Sardes zu lesen).

Wir haben diese Verheißung nicht immer in unseren Gedanken parat. Der Alltag bringt uns häufig an unsere persönlichen Freudengrenzen. Da ist oft mehr Kampf oder Mutlosigkeit, als Jubel.  Was wäre unser Leben gerade in solchen Situationen wert, wenn wir nicht von diesem Ziel her denken und glauben könnten, dass Jesus mit seiner ganzen göttlichen Kraft und Liebe uns begleitet, uns kennt und weiß, was wir brauchen. Wir dürfen uns gegenseitig damit immer wieder Mut machen und uns zusprechen: „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“.

 

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;

dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben!

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

(Aus: Jeus ist kommen Grund ewiger Freude, Gemeindelieder 304,7)

 

Eure Ingrid Bouecke