Wort zum Monat März 2019

Gedanken zur Bibelstelle 1.Samuel 7,3

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1.Sam 7,3)  

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde!  

Der Monatsspruch ist dem Bibelvers 1. Sam 7,3 in der Einheitsübersetzung entnommen. Der vollständige Text des Verses lautet nach der Elberfelder Übersetzung von 2006: "Da sprach Samuel zu dem ganzen Haus Israel: Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zu dem HERRN umkehren wollt, dann tut die fremden Götter und die Astarot aus eurer Mitte weg! Und richtet euer Herz auf den HERRN und dient ihm allein! So wird er euch aus der Hand der Philister retten."

Es handelt sich um einen öffentlichen Aufruf zur Bekehrung, so wie wir uns das bei einer klassischen Großevangelisation vorstellen können. Damals war es eine Versammlung des "ganzen Hauses Israel" am Ort der Bundeslade. Hintergrund war der wieder auflodernde Konflikt mit den Philistern. Samuel hielt in dieser Situation eine öffentliche Rede. Im folgenden wollen wir einzelne Aspekte seines Aufrufs näher betrachten. Das erste, was mir auffällt, ist sein Appell an den Willen der Zuhörer: "Wenn ihr wollt." Damit stellt er seine Zuhörer in eine Entscheidungssituation. Was will ich? Was ist mir wichtig? - das waren die Fragen, die sich jeder Zuhörer persönlich stellen sollte. Auch jedem von uns tut es gut mitunter innezuhalten und sich zu fragen: Auf welchem Weg bin ich? Wo will ich hin? Was will ich?

Der zweite Punkt hängt damit unmittelbar zusammen. Es ist die Umkehr: "Wenn ihr umkehren wollt …" Offensichtlich sah der Prophet seine Zuhörer auf einem Weg, an dessen Ende keine gute Zukunft steht. Es ging nicht darum etwas schneller vorwärts zu gehen, sondern die Richtung stimmte nicht. Es ist wie beim Navi: Wenn die freundliche Stimme einen auffordert zu wenden, dann hat der Fahrer offensichtlich eine wichtige Kreuzung verpasst. Da hilft kein Gas geben, stattdessen ist eine Kurskorrektur gefragt, sonst entfernt man sich immer weiter vom Ziel. Ein nicht mehr ganz so geläufiges Wort für Umkehr ist Buße. Während wir dabei oft eher an eine Strafe denken, ist der ursprüngliche Sinn die Umkehr. Die "Strafe", wenn man so will, tritt nur dann ein, wenn man eben nicht Buße tut, denn dann kommt man nicht am Ziel an. Dafür gibt es übrigens auch ein etwas aus der Mode gekommenes Wort: Sünde. Der Ursprung dieses Begriffs stammt aus der Welt der Bogenschützen und kann mit "Zielverfehlung" übersetzt werden. Wer eine falsche Richtung eingeschlagen hat, wer von dem richtigen Weg abgewichen ist, der kommt nicht am Ziel an. Deshalb hilft bei "Sünde" (Zielverfehlung) nur "Buße" (Umkehr).

Als drittes wird deutlich, worin der Prophet die Zielverfehlung des Volkes sah. Sie hatten sich von Gott, der sich Mose mit "Ich bin (bei dir)", vorgestellt hatte und dem sie die Treue versprochen hatten, abgewandt und sich fremden Göttern zugewandt. Als explizites Beispiel werden Götzenfiguren genannt, die der Astarte, einer Göttin der Phönizier, geweiht waren. Das war ein klarer Verstoß gegen das erste der zehn Gebote (2.Mo 20): "2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. 3 Du sollst keine andern Götter haben neben mir. - 4 Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist." Bin ich / bist du auf dem Weg zu Gott? Ist er das Ziel meines / deines Lebens? Oder sind bei uns auch andere Götter zu finden? Das können abstrakte Dinge sein wie "Wohlstand" oder eine egoistische, selbstbezogene Lebenshaltung. Doch heute sind das auch wieder vermehrt figürliche Darstellungen, z. B. von Buddha oder Vishnu. Von dem lateinischen Wort für Götze ist übrigens unser Wort "Idol" abgeleitet. Was sind deine Idole? Woran orientierst du dich? Wo willst du hin? Welchen Weg hast du eingeschlagen? Samuel forderte seine Zuhörer auf, die fremden Götter zu verlassen.

Doch, und das ist der vierte Punkt, es soll nicht beim Verlassen fremder Götter, falscher Lebenshaltungen oder fragwürdiger Ziele bleiben. Samuel stellt ihnen auch das gute Ziel wieder vor Augen: zum lebendigen Gott, dem HERRN, hin! Es geht nicht nur darum, das Falsche zu verlassen, sondern auch sich dem Richtigen zuzuwenden. Die Umkehr, die Neuausrichtung, hat ein klares Ziel: Gott. Gott liebt uns, er will Gemeinschaft mit uns. Er will unsere Gebete, unsere Anbetung und auch unsere Bitten, genauso wie unser Danken und das Loben. Und er will auch unser Hören auf sein Wort. In alledem will er die Begegnung mit uns. Die Umkehr bekommt ein klares Ziel: Hin zu Gott. Der Text der Elberfelder Bibel macht deutlich, dass es um eine Neuausrichtung auf Gott hin geht und in der Einheitsübersetzung wird das mit einer Hinwendung zu Gott ausgedrückt.

Als letztes folgt eine Verheißung. Damals war es die Rettung vor dem bevorstehenden Angriff der Philister. Diese Rettung ist dann, wie man in den auf den Monatsspruch folgenden Versen nachlesen kann, tatsächlich eingetreten. Für uns heute gilt das Versprechen Jesu Christi, dass er uns ein erfülltes und ewiges Leben schenken will. Deshalb wird er auch unser Heiland oder Retter genannt. Echtes Leben, das diesen Namen verdient, das ist sein Angebot! Wie entscheidest du dich? Oder hast du dich schon entschieden? Brauchst du vielleicht eine Kurskorrektur? Richte dein Herz auf den HERRN und diene ihm allein!                                             

Euer Kai Wilhelm