Wort zum Monat Juli

Gedanken zur Bibelstelle Hosea 10,12

Pflanzt Gerechtigkeit, dann sollt ihr dementsprechend auch gute Früchte ernten. Erschließt euch neuen Ackerboden, denn jetzt ist die Zeit da, den Herrn zu suchen, damit er kommt und euch mit Gerechtigkeit überschütten wird. (Hosea 10,12)


Liebe Geschwister,
der Monatsspruch für Juli ist eine Pro- vokation - ein Herausrufen aus dem gewohnten Trott.

Für Israel damals bedeutete der gewohnte Trott eine Gesellschaft in der Ungerechtigkeit und Ungleichheit an der Tagesordnung waren. Es war das normale Maß,dass die Schwachen ausgebeutet und unterdrückt wurden, die Reichen immer reicher wurden, und das Recht gebeugt wurde um die soziale Schieflage zugunsten der oberen Schichten zu verschieben (nachzulesen im Propheten Jesaja 1 und 5). 

Die Fremden werden unterdrückt und benachteiligt, obwohl Gott das ausdrücklich missbilligt (3. Mo 19,34). Ein spezielles Ausländerrecht lehnt er ausdrücklich ab (4. Mo 15,15). Fast die ganze Volksgemeinschaft hatte sich von Gott und seinen Vorstellungen einer gerechten Gesellschaft meilenweit entfernt und lief allen möglichen und unmöglichen Götzen hinterher.

Dabei wurde der religiöse Kult im Tempel noch eifrig aufrechterhalten. Aber er war zur leeren Hülse einer  selbstgerechten moralischen Clique geworden. 

Zwischen einem Lippenbekenntnis des Glaubens und der sozialen Realität klaffte eine tiefe Kluft. Vielleicht kommt uns das vielleicht irgendwie bekannt vor? Die Propheten jedenfalls geben sich nicht mit dem Status quo zufrieden. Sie erwarten ein Eingreifen Gottes, damit die Situation sich radikal ändert. Dieses Eingreifen Gottes wird als Gericht  bezeichnet:

Als ein Handeln, dass Gerechtigkeit wieder herstellt – wenn es unbedingt sein muss mit Gewalt. Es gibt eine Möglichkeit, dieser gewaltsamen Änderung der Verhältnisse zu entkommen: Sie heißt Umkehr – radikale Erneuerung der Einstellung und des Denkens.

Und hier setzt unser Text an.

Der Gedanke einen Acker, der komplett mit Unkraut durchwurzelt ist, aufzupflügen, um dann eine wertvolle Saat hineinzusäen, ist in den Augen von Hosea absurd und vergebens. 

Gerechtigkeit (so wie Gott sie versteht) kann nicht in unseren alten Denkmustern entstehen. Das Unkraut unserer Gewohnheiten, Prägungen und Bequemlichkeiten wird das zarte Pflänzchen überwuchern und ersticken. 

Deshalb die Aufforderung: Sucht euch ein neues, unbebautes und frisches Stück Land! Fangt noch einmal ganz von vorne an.

Es ist sehr mühsam, ein neues Land urbar zu machen, anstatt immer wieder in der alten Furche weiterzupflügen und zu säen. Aber die Mühe lohnt sich!

 Es wird gute Früchte (wörtlich: Gnade) geben. 

Und dieses neue Land ist auch ein Sinnbild dafür, dass wir anfangen, Gott neu zu suchen. Die Beziehung mit ihm zu erneuern und dabei ungewohnte und neue Wege gehen.

Die Zeit ist jetzt da, den Herrn zu suchen, damit Er kommt und euch mit Gerechtigkeit überschütten wird.

Es ist hier ein Sinnbild für den Regen, der absolut notwendig ist, dass das, was wir gesät haben, auch gedeihen und wachsen kann.

Das ist die Zusage hier: Macht etwas Neues, um mich zu suchen – und ich werde mit meiner Gnade euch begegnen und meinen heiligen Geist über euch ausschütten.

Und es wird euch Hören und Sehen vergehen über das, was ich dann wachsen lasse.

Das sind meine Gedanken zum Monatsspruch.

Gott segne euch!

Rudi Baumgartl