Wort zum Monat August

Gedanken zur Bibelstelle 1 Johannes 4,16

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

1. Johannes 4,16

Spontan ist mir das alte Lied aus der Kinderstunde eingefallen. In vielen Strophen wird darin die Liebe Gottes besungen und endet jeweils mit dem Kehrvers: Drum sag ich noch einmal, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. Es gibt viele weitere schöne Lieder, die die Liebe Gottes besingen und die man begeistert und anbetend mitsingen kann.

Gott IST Liebe. Diese Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel, von der ersten bis zur letzten Seite. Angefangen mit der Schöpfung, endend mit dem Ausblick auf den neuen Himmel und die neue Erde. Jeder, der darin liest und erkennen darf, dass auch seine Lebensgeschichte hierin eingebunden ist, wird von der Liebe Gottes ergriffen.

Diese Liebe Gottes hat ihren Ursprung in Gottes Wesen selbst: Gott IST Liebe. Diese Liebe ist unvergleichlich. Sie schwebt nicht in Gefühlen oder bleibt in unverbindlicher Sympathie stecken. Sie liebt nicht heute den und morgen den. Nein, Gottes Liebe zeigt sich in Opfer und Hingabe, die ins Vaterhaus zieht und dort Heimat gibt. Gottes Liebe lässt sich nicht von der Schönheit des Äußeren blenden, von den guten Taten und Werken. Gottes Liebe sieht tiefer und sucht immer das Verlorene, das er zurücklieben will. Dafür zahlt er den höchsten Preis: Er gibt seinen einzig geliebten Sohn dafür in den Tod. Davon lesen wir ein paar Verse vor unserem Monatsspruch: Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.

Unser Monatsspruch geht noch einen Schritt weiter und zeigt die Folgen auf für den, der sich die Versöhnung durch den Sohn hat schenken lassen. In diesen Menschen legt Gott seine Liebe hinein: wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Eine starke Verheißung. Ich in IHM und ER in mir! Eigentlich müsste ich jetzt wieder das alte Lied anstimmen. Aber es will nicht so recht heraus. Mir wird deutlich, ich kann noch so oft singen: Drum sag ich noch einmal, Gott ist die Liebe, Wirkungen für mich und damit auch für das Miteinander in meinem persönlichen Umfeld hat es nur, wenn Gottes Liebe mich tief im Inneren immer wieder berührt und damit auch Veränderung in meinem Wesen hervorbringt. Danach gilt es sich täglich neu auszustrecken Es sind oft die Herausforderungen im Alltag, durch die Gottes Liebe in uns durchstrahlen kann, die dann den Unterschied macht. Jeder ist da wesensmäßig individuell gefordert.

Aber auch im Miteinander in der Gemeinde will Gottes Liebe erlebbar sein. Hier empfinde ich es als ein großes Geschenk, mit so vielen unterschiedlich geprägten Menschen eine Gemeinschaft leben zu dürfen, die ihre Verbindung nur durch Gottes Liebe hat. Wie angefochten aber dieses Zusammenleben ist, zeigt der Textzusammenhang, in dem unser Monatsspruch steht. Fast flehentlich ruft der Schreiber darum immer wieder auf, in der Liebe Gottes zu bleiben. Das denke ich, gilt auch für unser Gemeindeleben. Jeder Einzelne wird durch den Monatsspruch aufgefordert, sich immer wieder nach dieser Wesensart Gottes auszustrecken und Liebe nicht vom anderen einzufordern, sondern selbst nach der Wesensart Gottes in Hingabe, Mitgefühl, Vergebungsbereitschaft, Opfer-bereitschaft und Mitarbeit zu leben, im Blick nach vorn zu den Menschen, die Gott noch in diese Gemeinschaft rufen möchte.  

Gott Ist Liebe. Das ist sein Wesen. Dieser vollkommenen Liebe Gottes wollen wir unser Leben hingeben. Dann bleiben wir in Gott und Gott in uns. Das wird uns selbst verändern und  prägen und Strahlkraft haben nach außen.

Eure Ingrid Bouecke