Wie lange, Gott?

Predigt zur Bibelstelle Habakuk 1, 1 - 5

1 Der Ausspruch, den der Prophet Habakuk geschaut hat.

2 Wie lange, HERR, rufe ich schon um Hilfe, und du hörst nicht! Wie lange schreie ich zu dir: Gewalttat! - doch du rettest nicht?

3 Warum lässt du mich Unrecht sehen und schaust dem Verderben zu, so dass Verwüstung und Gewalttat vor mir sind, Streit entsteht und Zank sich erhebt?

4 Darum erstirbt die Weisung, und der gerechte Rechtsspruch kommt nie mehr heraus. Denn der Gottlose kreist den Gerechten ein; darum kommt ein verdrehter Rechtsspruch heraus.

5 Seht euch um unter den Nationen und schaut zu und stutzt, ja, staunt! Denn ich wirke ein Werk in euren Tagen - ihr glaubtet es nicht, wenn es erzählt würde.

 

Kurze Zusammenfassung:

  • Das Außergewöhnliche am Buch Habakuk ist, dass es in erster Linie ein Reden und Ringen des Propheten mit Gott ist.
  • Der Prophet kann die Wirklichkeit, die er erlebt, nicht in Einklang bringen mit seinem Glauben an Gott.
  • Er klagt, dass er schon so lange Gott um Hilfe anruft, aber Gott nicht hört und nicht hilft.
  • Dabei hat er vor allem die Zustände und Missstände in der Gesellschaft im Blick.
  • In allem Klagen hält er dennoch immer an Gott fest.
  • Gott antwortet: Macht die Augen auf und schaut hin, was ich tue!
  • Es ist keineswegs so, dass Gott untätig herumsitzt, nur weil er anders handelt, als wir es erwarten.
  • Gott hat die Hoheit über die Geschichte und die Völker, alle Mächtigen werden einmal gehen, während Gott bleibt.
  • Fazit: Gott hört und handelt. Manchmal ganz anders, als wir erwarten. Und nicht immer so, dass wir sein Handeln oder vermeintliches Nicht-Handeln verstehen. Gott ist Gott und wir sind Menschen.
  • Fazit: Gott kommt zum Ziel: `Und die Erde wird voll werden der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn.´ (Hab 2,14)