Von wankenden Füßen

Predigt zur Bibelstelle Psalm 94,18-19

18 Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt!, so unterstützte mich deine Gnade, HERR.

19 Als viele unruhige Gedanken in mir waren, beglückten deine Tröstungen meine Seele.

 

kurze Zusammenfassung

  • Beten heißt, bewusst in die Gegenwart Gottes hinein zu treten. Beten ist ein grundlegender Bestandteil unseres Glaubens.
  • Die Psalmen sind Gebete und Gebetslieder in der Bibel, die aufgeschrieben wurden, damit ihre Worte inspirieren und beim Beten helfen.
  • Die Psalmen sind Ausdruck von Frömmigkeit und gelebtem und gestaltetem Glauben.
  • Ps 94 lässt durchscheinen, dass man beim Gebet kein Blatt vor den Mund nehmen muss. Gebete sind Lebensäußerung unseres Glaubens, in denen Platz finden darf, was uns bewegt.
  • Ps 94 spricht aus einer Welt heraus, die aus den Fugen geraten zu sein scheint. Turbulente Zeiten, wie wir sie erleben.
  • In unserem Text formuliert der Beter eine persönliche Erfahrung: Er spricht davon, dass seine Füße ins Wanken geraten. Kein fester Boden mehr unter den Füßen.
  • Wenn etwas ins Wanken gerät, ist der nächsten Schritt das Fallen oder Einstürzen, wenn da nichts ist, was hält oder stützt.
  • Wir merken gegenwärtig, wie unsere Stabilität und Sicherheit, die wir viele Jahre genossen haben, ins Wanken gerät. Auch im persönlichen Leben kann manches ins Wanken geraten.
  • Was stützt den wankenden Fuß? Es ist Gott, das heißt genauer gesagt: Es ist die Gnade Gottes. Die Unter-Stützung des wankenden Fußes liegt darin, dass sich Gott uns unverdient zuwendet.
  • Wir können uns Gottes Zuwendung nicht durch (religiöse) Leistung erarbeiten oder einklagen, wir können bei Gott keine Ansprüche einreichen.
  • Was uns im Letzten stützt, ist nicht unser Besitz, unser Können oder sonst etwas, sondern dass sich Gott uns zuwendet. Diese Zuwendung ist in ihrer Radikalität am Kreuz von Golgatha sichtbar geworden.
  • Diese Unter-Stützung kann geschehen durch ein Bibelwort, durch einen geistlichen Impuls oder durch Menschen, die uns im Namen Gottes beistehen und neue Stabilität schenken.
  • Wo das geschieht, geschieht auch, wovon der Vers noch spricht: In all unser Sorgen kommt Gott hinein und tut uns gut.