Viel hilft viel?

Predigt zur Bibelstelle Matthäus 6, 5 - 8

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.

6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.

8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
 

kurze Zusammenfassung

  • Zu den Grundpfeilern unseres Lebens als Christ und als Gemeinde gehört das Gebet.
  • Jesus äußert sich in der Bergpredigt, der ´Grundordnung` des Reiches Gottes, dazu und setzt selbstverständlich voraus, dass gebetet wird.
  • Das erste Thema, das er anspricht: Missbrauche das Gebet nicht zur Darstellung deiner Frömmigkeit.
  • Gebet an öffentlichen Plätzen war damals durchaus üblich; Jesus kritisiert Menschen, die diesen Umstand nutzten, um ihre Frömmigkeit zu demonstrieren. Gebete, denen es darum ging, Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen.
  • Karl Barth: ´Gebet ist kein Gebet, wenn man dabei einem anderen als Gott etwas sagen will.` KD III,4
  • Jesus warnt vor Missbrauch des Gebetes, indem ich es nutze, um Menschen damit etwas zu sagen / zu zeigen / zu demonstrieren.
  • Um dem zu entgehen, rät er zum Rückzug in die Stille, wo man mit dem Vater im Himmel ganz allein und unverstellt zusammen kommt. Das kann an ganz profanen Orten sein, es braucht keine heiligen Räume.
  • Das zweite Thema, das er anspricht: Die Redewendung ´viel hilft viel` gilt nicht im Blick auf das Gebet.
  • Die Menge der Worte / der Wortreichtum macht es nicht, im Gegenteil: Das ist heidnisches Gebaren. Denn da geht es nur um den richtigen Vollzug und die richtige Technik, aber nicht um die Beziehung.
  • Wir müssen Gott im Gebet über nichts informieren und ihm nichts abringen. Im Gebet suchen wir seine Gegenwart und sind für ihn hörbereit.