Uberraschend!

Predigt zur Bibelstelle 1. Thessalonicher 5, 1-6

 

1 Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird.

2 Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht.

3 Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.

4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife;

5 denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis.

6 Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein!

 

Kurze Zusammenfassung:

  • ´Er wird kommen zu richten die Lebenden und die Toten.` - Aber wer glaubt schon, dass er das zu Lebzeiten erleben wird? Schließlich gab es durch die Geschichte hindurch immer wieder Krisenzeiten, in denen die Gläubigen mit dem Kommen des Herrn rechneten - und nichts geschah. Gottes Zeitrechnung bleibt für uns ein Geheimnis.
  • Die Christen in Thessalonich wussten Bescheid: Ihr wisst genau! Nämlich, dass sie nichts wissen können. Jesus selber hat ausdrücklich festgehalten, dass auch er den Zeitpunkt nicht kennt, weil der Vater sich das vorbehalten hat. Als die Jünger nach seiner Auferstehung fragen, antwortet er ihnen, dass es ihnen nicht zusteht, in Gottes Geheimnisse einzudringen. (Mk 13,32 / Apg 1,6-7)
  • Paulus macht deutlich, was das Kommen des Tages des Herrn auszeichnet: ein großes Überraschungsmoment. Wie ein Dieb in der Nacht - ohne Vorwarnung, überraschend. Wenn die Menschen sich in Sicherheit wiegen und meinen, es gehe alles immer so weiter wie bisher.
  • Mit einem zweiten Bild betont er einen anderen Akzent: Wie bei einer schwangeren Frau weiß man genau, dass ein Kind kommen wird.
  • Seinen Lesern macht Paulus deutlich: Das Kommen dieses Tages sollte für sie keine böse Überraschung sein, denn sie leben zwar mitten in einer Welt, in der sich immer mehr Finsternis ausbreitet, aber sie gehören zu Christus, dem Licht der Welt, dem die Zukunft gehört.
  • Deshalb leben wir mit Hoffnung und können über den Horizont schauen, wenn wir uns eng an Jesus gebunden haben.
  • Die Schlussfolgerung: Wachsam und nüchtern sein - das heißt: einen geerdeten Glauben leben und stets bereit sein für das Kommen des Herrn. Sich nicht in Spekulationen verlieren, sondern in Verantwortung und Vorfreude heute den Glauben leben und die Hoffnung auf seine große Zukunft wach halten.