Den Riesen bezwingen

Predigt zur Bibelstelle 1. Samuel 17, 23 - 45

23 Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit Namen Goliat, der Philister von Gat, von dem Heer der Philister und redete dieselben Worte und David hörte es.

24 Und wer von Israel den Mann sah, floh vor ihm und fürchtete sich sehr.

25 Und die Männer von Israel sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen sehen? Er kommt herauf, um Israel hohnzusprechen. Wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will ihm seines Vaters Haus frei machen von Lasten in Israel.

26 Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel abwendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt?

27 Da sagte ihm das Volk wie vorher: Das und das wird man dem geben, der ihn erschlägt.

28 Und als Eliab, sein ältester Bruder, ihn reden hörte mit den Männern, wurde er zornig über David und sprach: Warum bist du hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen.

29 David antwortete: Was hab ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt!

30 Und er wandte sich von ihm zu einem andern und sprach, wie er vorher gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erste Mal.

31 Und als sie die Worte hörten, die David sagte, brachten sie es vor Saul und er ließ ihn holen.

32 Und David sprach zu Saul: Seinetwegen lasse keiner den Mut sinken; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.

33 Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um mit diesem Philister zu kämpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.

34 David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; und kam dann ein Löwe oder ein Bär und trug ein Schaf weg von der Herde,

35 so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn tot.

36 So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt.

37 Und David sprach: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Saul sprach zu David: Geh hin, der HERR sei mit dir!

38 Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.

39 Und David gürtete Sauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und er legte es ab

40 und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Köcher diente, und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.

41 Der Philister aber kam immer näher an David heran und sein Schildträger ging vor ihm her.

42 Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn; denn er war noch jung und er war bräunlich und schön.

43 Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott

44 und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.

45 David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast.

Kurze Zusammenfassung:

  • Die Schlachtreihen der Philister und der Israeliten stehen einander gegenüber und der Riese Goliath verhöhnt die Israeliten.
  • Die Männer von Israel ´fürchteten sich sehr`: Sie lassen sich von ihrer Angst steuern und fliehen.
  • `Mit Angst gewinnt man Kriege´ - es gibt angemessene und unangemessene Ängste. Ängste werden instrumentalisiert (z.B.Werbung, Politik).
  • Wieviel Raum gebe ich der Angst? Lasse ich mich von ihr steuern oder gibt es andere Optionen?
  • David erlebt dieselbe Bedrohungssituation, aber reagiert nicht mit Angst, sondern mit Empörung und Verärgerung. Er lässt sich nicht von Angst steuern.
  • Davids Brüder gehen ihn heftig an, aber er lässt sich nicht in die Rolle pressen, in der sie ihn sehen: als den Kleinen, der nur für die Schafe da ist.
  • Saul weist David zurück: Du kannst das nicht. Auch dieses Urteil macht er sich nicht zu eigen.
  • Saul gibt seine Rüstung David, doch die fremde Rüstung passt David nicht, er zieht sie wieder aus.
  • David kann sich abgrenzen gegen all die Rollen und Botschaften, die ihm aufgedrängt werden. Keiner lebt das Leben der Anderen.
  • David ist sich dessen bewusst, was Gott in ihn hineingelegt und ihm gegeben hat, was Gott ihm zugedacht hat.
  • So kann er dem Riesen im Namen Gottes begegnen - und ihn bezwingen.