Aus erster Hand

Predigt zur Bibelstelle Hiob 42, 1 - 6

1 Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach:

2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.

3 »Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand?« Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.

4 »So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich!«

5 Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.

6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.

 

kurze Zusammenfassung:

  • Wir schauen zurück auf Weihnachten: Simeon, der an der Tempelpforte saß und sehnlichst darauf wartete, den Heiland sehen zu können.
  • Am Sonntag nach Weihnachten schauen wir auf einen Menschen, der ebenfalls lange mit Gott gerungen hat, bis er sagen kann: Jetzt hat mein Auge dich gesehen.
  • Das Drama des Hiob entfaltet sich in vielen Kapiteln in Dialogen zwischen Hiob und seinen Freunden, aber auch zwischen Hiob und Gott. Hiob, der nicht gut auf Gott zu sprechen ist und dennoch nicht von ihm ablässt.
  • Zu Hiobs Zeiten: Soviel Leid ist ein untrügliches Indiz für eine große Schuld auf Hiobs Seite. Hiob verweigert sich dieser Sicht und ringt mit Gott.
  • Schließlich kann er formulieren: Ich habe erkannt! Zu seinem neuen Erkennen Gottes konnte es nur kommen, weil er gegen alle Erfahrung beharrlich an Gott dran geblieben ist. Nur in der Begegnung mit Gott kann ich ihn wirklich erkennen.
  • Was ist es, das Hiob erkannt hat? - Gott kann! Und wir fragen sofort: Wenn er kann, warum tut er dann nicht? Hiob beantwortet diese Frage mit seiner neuen Erkenntnis:
  • Gott ist viel zu groß, als dass wir ihn begreifen könnten. Wie schnell glauben wir, Gott zu kennen. Und wie wenig können wir Gott tatsächlich erfassen. Hiob wird vom vermeintlich Wissenden zum demütig Fragenden.
  • Hiob wird klar: Er hat sich all das, was er so über Gott dachte, zu einem Bild zusammen gereimt und gedacht, er würde Gott kennen. Aber erst die direkte Begegnung mit Gott hat ihn tatsächlich verändert.
  • Seine Lage hat sich noch nicht verändert, viele Fragen sind noch nicht beantwortet, aber Hiob hat die Gewissheit gewonnen: Gott ist da!
  • Hiob hat sich von seinen Gottesbildern verabschiedet, weil er mit dem lebendigen Gott in Berührung gekommen ist: Jetzt aber hat mein Auge dich gesehen!