Wort zum Monat März

Gedanken zur Bibelstelle Johannes 19,30

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht! (Johannes 19,30)

„Es ist vollbracht!“ Von den sieben Worten Jesu am Kreuz, ist dies sicher das Bekannteste. Es ist sogar zu einer Redensart in unserem Sprachgebrauch geworden, wenn wir besonders betonen wollen, dass wir etwas Wichtiges abgeschlossen oder durchgestanden haben. Der Unterschied liegt aber darin, dass wir es dann für uns getan haben und meist auch aus eigenem Ehrgeiz heraus, um etwas für uns zu leisten, das uns weiterbringt. 

Es ist vollbracht! Im Johannesevangelium finden wir viele Hinweise darauf, warum Jesus diesen Weg ans Kreuz gegangen ist: Etwa in Joh. 4,34: Das Werk vollenden, das der Vater ihm gegeben hat. Oder Johannes 5, 36: den Vater bezeugen. Oder Johannes 17, 4: den Willen Gottes tun. Wenn Jesus am Kreuz sagt:  Es ist vollbracht, dann hat er im Gehorsam das Werk zu Ende geführt, das Gott ihm aufgetragen hatte. Mit seinem Leben und Sterben hat er den Willen Gottes ausgeführt. Paulus beschreibt das in Philipper 2: Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Sein Leben war von Geburt an darauf ausgerichtet, mit seiner Todesstunde einen neuen Anfang zu setzen für die Beziehung des Vaters im Himmel zu seinen Menschen.

Es ist vollbracht! Menschlich gesehen, könnte man sagen: Endlich hat die Qual ein Ende. Die Demütigungen, die Peitschenhiebe, das Bloßstellen, das Scheitern. Nicht zum Aushalten. Das mögen vielleicht auch erst mal die Jünger gedacht haben. Sie hatten sich das sicher anders vorgestellt mit dem Reich Gottes. Sonst wären sie nicht geflohen, sondern hatten Jesus beigestanden. So gesehen, wäre das Kreuz ein Zeichen für das Dunkle in der Welt. Die Ungerechtigkeiten. Das Leid. Schutzlos ausgeliefert sein. Jesus hat es so erlebt. Und seine Jünger mit. 

Es ist vollbracht!  Aus Gottes Sicht auf uns Menschen dürfen wir aber heute tiefer sehen, für uns persönlich hinsehen. Jesus hat seinen Auftrag zur Vollendung gebracht. Es war sein Lebensziel, das Evangelium von der Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen. Mit seinem Tod (und Auferstehung) hat dieses Ziel seine Erfüllung gefunden. Der Weg zum Vaterhaus ist wieder frei.  Jesus hat es „vollbracht“, dass über unserem Leben nicht mehr der Tod das letzte Wort hat, sondern der Dreieinige Gott. Dieses Wort ist Fleisch geworden und ist darum ein Wort voller Leben und Licht aus der Ewigkeit, voller Barmherzigkeit und Frieden, voller Hoffnung und Zukunft, voller Liebe und Trost.

Es ist vollbracht! Ich habe mal gehört, dass man in früheren Zeiten auf Steuerquittungen diesen Satz gefunden hat, was so viel bedeutete wie: Vollständig bezahlt. Seit dem Sündenfall ist eine Schuld offen zwischen Gott und dem Menschen. Mit Jesu Tod ist sie beglichen. Eine andere Alternative gibt es nicht. 

Es ist vollbracht!  Mit welchem Herzen nehmen wir das Wort Jesu wahr? Wenn wir jetzt in diesen Tagen mit der täglichen Bibellese auf Karfreitag zugehen, wie werden wir dann unter dem Kreuz von Golgatha stehen?  

Es ist vollbracht! Darum  wünsche ich uns eine gesegnete Passionszeit, in der uns neu das Herz aufgeht über die Liebe Jesu, die sich am Kreuz mit unmenschlichem Leiden für uns hingegeben hat und die Trennung vom Vater auf sich genommen hat und darum jedem von uns persönlich zuruft: Es ist vollbracht! Ich habe deinen Schuldschein mit meinem Blut bezahlt! Du bist frei! Wer das entdeckt, wird am Ostermorgen in das Halleluja der Auferstehung mit einstimmen.

Ingrid Bouecke

 

Für mich gingst du nach Golgatha, 
für mich hast du das Kreuz getragen,
für mich ertrugst du Spott und Hohn,
für mich hast du dich lassen schlagen.
Ref.: Herr deine Liebe ist so groß, dass ich sie nie begreifen kann,
doch danken will ich dir dafür.
Herr deine Liebe ist so groß, dass ich sie nie begreifen kann.
Ich bete dich an.

Für mich trugst du die Dornenkron`,
für mich warst du von Gott verlassen.
Auf dir lag alle Schuld der Welt,
auch meine Schuld; ich kann`s nicht fassen.
Ref.: Herr deine Liebe ist so groß ...

Herr Jesus Christus, alle Schuld 
hast du für immer mir vergeben.
Du hast mich froh und frei gemacht,
du schenkst mir neues, ew`ges Leben.
Ref.: Herr deine Liebe ist so groß ...

Text u. Musik: Margret Birkenfeld - Musikverlag Klaus Gerth, Asslar