Wort zum Monat Februar

Gedanken zur Bibelstelle Römer 10,8-10

Hallo liebe Gemeinde und Leser des Gemeindebriefs,

als ich den Monatsspruch das erste Mal hörte, bin ich sofort darauf angesprungen.
Jetzt habe ich aber festgestellt, dass es eine ähnliche Stelle im Römerbrief gibt und diese war es,  die mich in  Resonanz gebracht hat.
Also schreibe ich über diese Stelle : Rö 10,8 – 10.
Rö 10,8 „Das Wort ist dir nahe in deinem Mund und in deinem Herzen.“ 
Hinter diesen paar Worten versteckt sich ein gewaltiges geistliches Prinzip. Es geht um die Vorstellung dass, das was sich in meinem Herzen an Gedanken, Wünschen , Trieben, Planungen und auch an Glauben befindet, in die Realität umgesetzt wird, indem ich es mit meinem Mund ausspreche. Ein Gedanke wird zum Wort, ein Wort wird zur Tat.
Das hat seinen Ursprung in unser Ebenbildlichkeit mit Gott dem Schöpfer.  Als er das Universum geschaffen hat, hatte er einen Gedanken, wie es aussehen wird. Aber erst indem er diesen Gedanken Stück für Stück aussprach wurde die Schöpfung geboren.  Wenn er diesen Gedanken nur für sich behalten hatte, wäre nichts geschehen. Psalm 33,9 lautet: Er spricht und es geschieht. Hier sehen wir auch einen Unterschied zwischen Gott und uns. Bei Gott sind Reden und Handeln identisch, weil sein Wort und sein Reden so eine ungeheure Energie freisetzen.

Und spannender Weise gilt das für uns auch im geistlichen Bereich:
Rö 10,9 „Wenn du im Herzen glaubst und mit dem Mund bekennst, dann wirst du gerettet.“
Eine Umkehr zu Gott beginnt im Herzen, aber vollgültig wird sie erst wenn wir sie mit unseren Mund formulieren und aussprechen. Denn erst das Aussprechen setzt offenbar etwas in der unsichtbaren Welt in Gang, was unverrückbare Tatsachen schafft.

Das Gleiche gilt für das Gebet. Wir können still im Herzen beten und Gott wird es erhören. Aber wenn wir wirklich in der unsichtbaren Welt z.B in der Fürbitte etwas verändern wollen, dann müssen wir das, was wir im Herzen glauben,(allerdings auch nicht mehr !) laut aussprechen. 
Dann wird unser Gebet zum Handeln auf höherer Ebene. 

Ein dritter Bereich betrifft das Thema Vergebung. Wenn wir unsere persönlichen Verfehlungen aussprechen und ggfs. die Vergebung von einem Mitchristen zugesprochen bekommen, dann spielt das laute und verständliche Aussprechen eine 
gewichtige Rolle. Andererseits wenn wir in einem Vergebungsprozeß, wo ein anderer an uns schuldig geworden sind, soweit gekommen sind, dass wir ihm von Herzen vergeben wollen, dann ist auch hier das Benennen der Schuld und die ausdrückliche Formulierung der Vergebung äußerst hilfreich.

Ein vierter Bereich ist die Lossagung von allem Einfluss und Anrechten des Teufels.

Wie gesagt, hier wird sozusagen in der unsichtbaren Welt etwas amtlich gemacht. 
Dabei spielt die Lautstärke und die Menge der Worte überhaupt keine Rolle.
Entscheidend ist, dass ich das, was in meinem Herzen ist, zum Ausdruck bringe.
Das ist der Akt des Glaubens, der dadurch sichtbar wird.  

Gott segne euch

Rudi Baumgartl