Wort zum Monat Dezember

Gedanken zur Bibelstelle Lukas 1,78-79

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.   Lukas 1,78-79

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde!

Das ist ein Text passend für die Adventszeit: Er hat seinen Ursprung in der Zeit ein paar Monate vor Jesu Geburt und er lenkt den Blick auf das Kommen des Messias, des Christus.

Zacharias und Elisabeth, ein älteres Ehepaar aus der Verwandtschaft von Maria, erwarten trotz ihres hohen Alters ein Kind. Zacharias hatte es bei der Ankündigung dieses Ereignisses durch einen Engel die Sprache verschlagen und erst nach der Geburt des Sohnes (Johannes, später der Täufer genannt) findet er wieder Worte. Was er dann prophetisch redet, ist uns im sogenannten Lobgesang des Zacharias überliefert, aus dem dieser Monatsspruch stammt.

In Lukas 1,68-75 preist er zunächst die bevorstehende Ankunft des Messias, bevor er ab Vers 76 die Rolle seines eben geborenen Sohnes Johannes beschreibt

(Lukas 1,76-79 nach der Lutherübersetzung von 1984): "76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest 77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens."

Offensichtlich braucht das Auftreten des Christus eine Zeit der Vorbereitung, in der die Menschen sich auf das Kommende einstellen sollen. Sie sollen erkennen, dass das zu erwartende Heil in der Vergebung von Sünde besteht. Das muss man fast noch einmal übersetzen, damit es verständlich wird. Die Menschen sollen erkennen, dass die Lösung ihrer Probleme in der Überwindung ihrer Trennung von Gott liegt. Das kommt mir sehr aktuell vor. Probleme gibt es auch heute genug, persönlich wie gesellschaftlich. Und Lösungsvorschläge gibt es auch viele: Vegane Ernährung, Rückbesinnung auf die nationale Identität, Fitnessprogramme, Schuldenerlass als Solidarität mit den Armen, Yoga, Verbot von Waffenhandel, Legalisierung sanfter Drogen, Kampf gegen die Ungläubigen und noch vieles mehr habe ich da schon gehört. Aber Überwindung unserer Trennung von Gott? Trennung von Gott?? Gott ??? Wer erwartet denn davon etwas?

Offensichtlich tappen wir ziemlich im Dunkeln, denn viele der menschlichen Vorschläge widersprechen sich. Und wenn man genau hinsieht, erkennt man, wie die Angst vor dem Tod die Menschen fest im Griff hat. Aber sind deswegen die Bemühungen der Menschen auf Frieden gerichtet? Man hat den Eindruck, dass 72 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges die Erinnerung daran mehr und mehr verblasst und das Durchsetzen politischer Interessen mit militärischen Mitteln auch hierzulande zumindest in Reden wieder salonfähig wird, sei es am Hindukusch, bei der Kavallerie im Fort an der Schweizer Grenze oder an der Grenze zu Österreich auf der Balkanroute. In der Ukraine, in Syrien, in Myanmar und an vielen anderen Orten leider auch in der Realität.

Da kann man sich nur wünschen, dass uns Menschen endlich ein Licht aufgeht. Genau davon spricht unser Bibeltext: Gott selber will zu den Menschen kommen, aus seiner Sphäre des Lichts in unsere Dunkelheit. Er will uns helfen, auf den Weg des Friedens zu finden. Und warum das alles? Weil Gott uns liebt! Wenn man den Text wörtlich überträgt, könnte man auch folgendermaßen formulieren: Wenn Gott uns Menschen betrachtet, sieht er unsere (geistliche) Armut, so dass es ihm den Magen umdreht und seine Gedärme angreift. Es bewegt ihn so sehr in seinem Innersten, dass er beschließt seinen himmlischen Thron zu verlassen und zu uns Menschen auf die Erde zu kommen - als Mensch.

Wir wissen heute, dass er genau das wahr gemacht hat. Er kam nicht nur, er starb auch für unsere Schuld und Gottverlassenheit. Und er hat seine Autorität in der Auferstehung bewiesen. Heute ruft er durch seine Jünger in diese Welt hinein: Erkennt doch euer eigentliches Problem, erkennt eure Gottlosigkeit und erkennt die Rettungsgasse. Gott hat alles zur Vergebung Notwendige getan und schenkt uns seine Gemeinschaft ganz neu. Kehrt um und vertraut seinem Sohn Jesus, dass er der versprochene Retter ist.

Bist du dabei diese frohe Botschaft in der Welt bekannt zu machen? Bist du dabei, nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern auch im Warten auf sein zweites Erscheinen? Jesus war nicht nur da, er ist da (in seiner Gemeinde) und er wird auch wieder sichtbar kommen. Nutzen wir die Zeit, die bis dahin noch bleibt!

                                                                                                                                                     Euer Kai Wilhelm